Konzert der Regensburger Domspatzen

 

 
Als erfahrener Dirigent erwies sich am Sonntag beim Konzert der Regensburger Domspatzen in der Neustädter Stadthalle Karl-Heinz Liebl. Unter seiner umsichtigen Leitung meisterten die jungen Sänger ein anspruchsvolles Programm. Bild: Popp

„Im schönen Maien ist so fröhlich mein Sinn!“
Regensburger Domspatzen präsentieren sich bei Frühlingskonzert in Neustadt mit anspruchsvollem Programm
(von Andrea Prölss)

Neustadt/WN. „Im schönen Maien ist so fröhlich mein Sinn!“ Fröhlich schallte nicht nur Max Regers „Mailied“ von der Bühne. Gut aufgelegt und mit einem breit gefächerten Programm anspruchsvoller Chorliteratur im Gepäck gastierten am Sonntagabend die Regensburger Domspatzen in der Neustädter Stadthalle, und viele Besucher wollten sich diesen musikalischen Maiengruß nicht entgehen lassen. Hocherfreut beim Anblick der trotz zahlreicher Alternativveranstaltungen gut gefüllten Stadthalle zeigte sich Martin Staffe, der im Namen der Kulturfreunde Lobkowitz das Publikum begrüßte. Mit einem kurzweilig-unterhaltsamen Frühlingskonzert präsentierte sich unter der erfahrenen Leitung von Karl-Heinz Liebl der jüngste Domspatzen-Nachwuchs, der sich an diesem Nachmittag aus Schülern der fünften und sechsten Klassen zusammensetzte, verstärkt durch dem Stimmbruch entwachsene Tenöre und Bässe. Wenngleich es – verständlicherweise – noch an der stimmtechnischen Perfektion und klanglichen Brillanz fehlte, Attribute, die den renommierten und berühmten Domspatzen-Konzertchor auszeichnen, so machten dies die zehn- bis zwölfjährigen Knaben durch Aufmerksamkeit, Engagement und unüberhörbare Freude am Gesang wieder wett. Ein zudem erfrischend abwechslungsreiches Programm mit geistlichen und weltlichen Chorsätzen ließ kleine „Wackler“ in den Höhen oder gelegentliche Unsicherheiten in Rhythmus und Intonation schnell vergessen. Unter Liebls umsichtigem wie exaktem Dirigat meisterten die jungen Sänger beachtlich die hohen Hürden klassischer Vokalpolyphonie, zauberten bei Sätzen von Biebl, Brahms und Mendelssohn-Bartholdy überraschend voluminöse romantische Klangfülle in den Raum und überzeugten letztendlich vor allem mit Werken, deren musikalische Inhalte nicht nur rational, sondern auch emotional erfasst wurden. John Rutters sentimental anrührendes „Ave Maria“, das, von Erwachsenenchören gesungen, oft peinlich nah an der Kitschgrenze vorbeischrammt, war hier am richtigen Platz. Mit blitzendem Humor vorgetragen wurde das Lied vom „kleinen, braven Hummelchen“, das man mit schalkhaftem Augenzwinkern und tadellos stimmhaftem „sss“ durch den Saal schwirren ließ. Jugendlich selbstbewusst und couragiert das „Schön ist die Welt“ zum Schluss in einem apart frischen Satz von Hermann Schroeder. Aufgelockert wurde der Konzertnachmittag durch Chormanager Christof Hartmann, der allerlei Wissenswertes, Interessantes und Humorvolles aus dem Regensburger Domspatzen- Nest zu berichten wusste. Dorthin ging es nach gut eineinhalb Stunden auch wieder zurück, freundlich geleitet vom herzlichen Applaus des begeisterten Neustädter Publikums. 

   
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